Materialien für Berufsgruppen

Banner-Gewaltverbot-spielerisch.gif

Gewalt an Kindern erkennen

Gewalt kann in den unterschiedlichsten Formen auftreten und hinterlässt bei Kindern und Jugendlichen potenziell lebenslange körperliche und seelische Folgen. Sowohl bestimmte Verhaltensveränderungen, wie auch Verletzungen oder Verbrennungen an speziellen Körperregionen stellen mögliche Hinweise dafür dar, dass Kinder/Jugendliche einer Kindeswohlgefährdung ausgesetzt sein könnten und eine Familie einen dringenden Hilfebedarf aufweise.


Um Sie, als Fachleute der unterschiedlichen Berufsgruppen im Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und deren Familienangehörigen, in der schwierigen Aufgabe des Erkennens und Bearbeitens von Situationen des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung zu unterstützen, haben wir Ihnen nachfolgende Informationen zusammengestellt.


Zum Kinderschutz gesetzlich verpflichtet - §37 B-KJHG

Die auf dieser Seite in weiterer Folge genannten Berufsgruppen (und weitere darüber hinaus) unterliegen der gesetzlichen Verpflichtung zur Mitteilung eines Verdachts auf Kindeswohlgefährdung an die örtlich zuständige (richtet sich nach Wohnortbezirk des betroffenen Kindes bzw. Jugendlichen/r) Kinder- und Jugendhilfe an den Bezirksverwaltungsbehörden. Hierdurch leisten Sie einen maßgeblichen Beitrag im Sinne des Kinderschutzes, indem Sie ermöglichen, dass die Kinder- und Jugendhilfe hierdurch Kenntnis von einem potenziellen Hilfebedarf bei einer Familie erhält und ihrerseits alle erforderlichen Schritte zur Einschätzung und – falls indiziert – darauffolgenden Sicherung des Kindeswohles und Stärkung der Familie setzen kann.
§37 Grafik.jpg


Um Sie in der herausfordernden Aufgabe zu unterstützen, wie Sie erkennen können, ob es sich bei Ihrer sorgevollen Wahrnehmung einem Kind, einem/r Jugendlichen, einer Familie gegenüber, um die Situation eines konkret, begründeten Verdachts auf Kindeswohlgefährdung handelt bieten wir Ihnen die nachstehend folgenden Informationen als Orientierung an.


Die vielen Facetten von Kindeswohlgefährdung

Diese Grafik gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Formen der Kindeswohlgefährdung:
Kindeswohlgefährdung_Powerpoint.jpg

Körperliche Verletzungen - Unfall oder Misshandlung?

Grobuebersicht-koerperlicher-Verletzungszeichen_S.jpg

In Bezug auf körperliche Verletzung ist es uns wichtig hervor zu streichen, dass diese nicht in jedem Fall auf Unfälle oder Stürze zurückzuführen sein müssen. Verletzungen und Verbrennungen an speziellen Körperregionen bieten somit einen Hinweis, dass es sich möglicherweise auch um eine Misshandlung gehandelt haben könnte.


Gesetzliche Kriterien nach §138 ABGB

Kindeswohl_§138.PNG

Im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch ist unter §138 definiert, anhand - insbesondere - welcher Kriterien die Beurteilung des Kindeswohls erfolgt.


§138 - ABGB Kindeswohl RIS


In den nachfolgenden Materialsammlungen finden Sie, je Berufsgruppe und zur Erleichterung der Einschätzung eines konkret begründeten Verdachts auf Kindeswohlgefährdung, entsprechende Einschätzungsskalen und –hilfen.



Materialien und Unterlagen nach Berufsgruppen

In laufender Ertweiterung werden sich hier unterstützende Informationen zum Thema Kinderschutz für die unterschiedlichsten Berufsgruppen auffinden lassen. Die Berufsgruppen sind gegliedert in


- Gesundheitssystem: für ÄrztInnen, Hebammen, Gesundheits- und KrankenpflegerInnen etc.

- Schulsystem: für PädagogInnen, DirektorInnen, SchulsozialarbeiterInnen, SchulpsychologInnen, Lern- & FreizeitpädagogInnen etc.

- Elementarpädagogik: für LeiterInnen, ElementarpädagogInnen, KleinkinderzieherInnen, Tagesmütter/-väter etc.


Gesundheitssystem

Ärztinnen und Ärzte, deren OrdinationsassistentInnen wie auch das Pflegepersonal in den Krankenanstalten sind nicht weg zu denkende PartnerInnen und AkteurInnen in einem professionellen und gut gelingenden Kinderschutz-Netzwerk.


Um Sie als VertreterInnen dieser Berufsgruppen bestmöglich in der herausfordernden und nicht alltäglichen Begegnung mit Fällen von Kindeswohlgefährdung in Ihrem Berufsalltag optimal unterstützen zu können, startete die Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz gemeinsam mit der Ärztekammer Kärnten ein Schwerpunktjahr „Professioneller Kinderschutz in der Kärntner Medizin“ im Jahr 2019.


Professioneller Kinderschutz in der Kärntner Medizin


Nachfolgend finden Sie einen gemeinsam von MedizinerInnen, SozialwissenschaftlerInnen und JuristInnen entwickelten Leitfaden mit den wichtigsten Handlungsorientierungen und Eckdaten, wie auch Abläufen und Ansprechstellen als Stütze für Ihre Kinderschutzarbeit.


Bei Unsicherheiten und Rückfragen wie auch Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit der Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz auf. Bauen wir gemeinsam weiter an einem starken Bündnis im Kärntner Kinderschutz!


Folder "Professioneller Kinderschutz in der Kärntner Medizin"

Download Webversion

(Den gedruckten Folder können Sie bei uns anfordern)

_________________________________________________


Weiterführende Links und Dokumente aus den unterschiedlichen Abschnitten des Leitfadens:


1. Wieso Kinderschutz in der Medizin in Österreich?

WHO Statistik zur Prävalenz von Kindesmisshandlung und sexuellem Missbrauch an Minderjährigen

Abschlussbericht ExpertInnenkommission Kindesmisshandlung/ Kinderschutz Kärnten

Exemplarische Erkenntnisse der „Adverse Childhood Experiences“ Studie (ACE)


2. Rechtliche Verpflichtungen in der Kinderschutzarbeit für ÄrztInnen

Vorbereitetes Formular – schriftliche Mitteilung Verdacht auf Kindeswohlgefährdung


3. Grundlegende Orientierung für unterschiedliche Kinderschutzszenarien nach Fallbrisanz

Fallbeispiele und Anschauungsmaterial für schwere Formen der körperlichen Kindeswohlgefährdung

Zuweisungsformular an die Kinderschutzgruppen der Krankenanstalten


4. Einschätzungsbögen Kindeswohlgefährdung


Ulmer Wahrnehmungsbögen Kinderschutz

Achtung:
Aufgrund Unterschied zu österreichischer Gesetzeslage beim Lesen des Einschätzungsbogens immer „insofern erfahrene Fachkraft“ durch „Kinderschutzzentrum“ / „Kinder- und Jugendhilfe“ ausgetauscht denken.

2 Versionen in einem Dokument: Einmal rund um die Geburt und einmal Kleinkind-Vorschulalter


Betreffend Kinder zwischen 0,5 und 7 Jahren

ursprünglich für den Gebrauch in Kindertagesstätten erstellt, aber mit Aussagekraft auch für den Gebrauch im Gesundheitssystem

Achtung:

Das Dokument basiert auf deutscher Gesetzeslage – somit rein für Verwendung der Einschätzungsskala praktikabel


Betreffend Kinder zwischen 6 und 14 Jahren

selbige Anmerkungen wie im obigen Punkt

Das Dokument wurde ursprünglich für den Schulbereich erstellt


Grobübersicht körperlicher Verletzungszeichen

Differentialdiagnostische Darstellung zur Entstehung von Hämatomen in Abhängigkeit ihrer Lokalisation


5. Zentrale Ansprechpartner in Kinderschutzfällen

Öffentliche Kinder- und Jugendhilfe:

(Zentrale Stelle zur Sicherstellung des Kindeswohls und Drehscheibe für psychosoziale Unterstützungsleistungen)

BH Feldkirchen

BH Hermagor

BH Klagenfurt Land

BH Spittal an der Drau

BH St. Veit an der Glan

BH Villach Land

BH Völkermarkt

BH Wolfsberg

Magistrat Klagenfurt

Magistrat Villach


Kinderschutzzentren Kärntens - Angebot der „Unterstützung für Fachkräfte“ als Begleitung und Coaching im Wahrnehmen, Fassen und Bearbeiten von Situationen des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung.


„gutbegleitet“ Frühe Hilfen Kärntens - Kostenloses, freiwilliges, niederschwelliges Unterstützungsangebot für werdende Eltern und Familien mit Kindern von 0-3 in den meisten Kärntner Bezirken.


Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten - Information, Beratung und Unterstützung im Einzelfall zur Wahrung

der Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen.



6. Weiterführende, detaillierte Informationen

Österreich

„gewaltinfo.at“ des Bundeskanzleramtes

BMWFJ: „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Leitfaden für die Kinderschutzarbeit in Gesundheitsberufen“


Deutschland

Leitlinie „Kindesmisshandlung und Vernachlässigung“ der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie

Website der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin

Unterseite der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin mit diversen Handlungsabläufen und Leitlinien

„Leitfaden für Kinderarztpraxen in Bayern. Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ des Berufsverbands der Ärzte für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Deutschlands e.V., Landersverband Bayern

Umfassende, in das Thema Kinderschutz in der Medizin einführende, Vortragsunterlagen von Dr. Bernd Herrmann

Schulsystem

DirektorInnen, PädagogInnen, SchulsozialarbeiterInnen, SchulpsychologInnen, Lern- & FreizeitpädagogInnen und alle im Kontext Schule handelnden Beteiligten, sind unter den Personen, die mit den SchülerInnen außerhalb ihrer Kernfamilie in Kontakt treten, Ihnen kommt eine sehr wichtige Rolle zu: sie sind nicht nur als pädagogisches, psychologisches oder sozialarbeiterisches Personal tätig, sondern auch als KinderschützerInnen und erwachsene Vertrauenspersonen in vorderster Reihe.


Bedeutsame Rolle im Leben der Kinder


In den Primar- und Sekundarschulen treten Sie mit SchülerInnen im Lebensalter ab 6 Jahren in den unterschiedlichsten Situationen in Kontakt. Beginnend bei der Schuleinschreibung bis hin zur Freizeit- und Lernbetreuung erleben Sie die Kinder in Einzelkontakten, Gruppensettings, bei Einheiten von Bewegung und Sport und vielen weiteren Bereichen der schulischen Lebenswelt.


Neben der Vermittlung von Lehrinhalten bekommen Sie auch zum Teil Einblick in den Lebensalltag der SchülerInnen. Persönliche Erfahrungen und Erlebnisse werden mit Ihnen als Bezugspersonen geteilt. Hierbei ist es wesentlich hin zu hören, hin zu sehen und sich hinein zu fühlen. Macht sich ein „ungutes Gefühl“ breit oder das Verhalten und/oder Mitgeteiltes von einzelnen SchülerInnen ist aus Ihrer Sicht auffällig, sind Sie als Fachkräfte gefordert Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden.


Um Sie in Ihrem professionellen Handeln bestmöglich in der herausfordernden und nicht alltäglichen Begegnung mit Fällen von Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in Ihrem Berufsalltag optimal unterstützen zu können, möchten wir Sie beim Wahrnehmen und Bearbeiten von einer möglichen Kindeswohlgefährung mit Unterlagen unterstützen.


Bei Unsicherheiten und Rückfragen wie auch Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit der Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz auf. Bauen wir gemeinsam weiter an einem starken Bündnis im Kärntner Kinderschutz!

_________________________________________________


Rechtliche Verpflichtungen

in der Kinderschutzarbeit für Personen im Schulsystem

Vorbereitetes Formular – schriftliche Mitteilung Verdacht auf Kindeswohlgefährdung


Einschätzungsbögen Kindeswohlgefährdung

Betreffend Kinder zwischen 6 und 14 Jahren

(Achtung: Das Dokument basiert auf deutscher Gesetzeslage – somit rein für Verwendung der Einschätzungsskala praktikabel)


Ausführliche Einschätzungsbogen nach Altersklassen getrennt hinauf bis zu 18 Jahre. (Einschätzungsbögen nach Altersgruppen im PDF ab Seite 33 ff.)


Zentrale Ansprechpartner in Kinderschutzfällen

Öffentliche Kinder- und Jugendhilfe:

(Zentrale Stelle zur Sicherstellung des Kindeswohls und Drehscheibe für psychosoziale Unterstützungsleistungen)

BH Feldkirchen

BH Hermagor

BH Klagenfurt Land

BH Spittal an der Drau

BH St. Veit an der Glan

BH Villach Land

BH Völkermarkt

BH Wolfsberg

Magistrat Klagenfurt

Magistrat Villach


Kinderschutzzentren Kärntens - Angebot der „Unterstützung für Fachkräfte“ als Begleitung und Coaching im Wahrnehmen, Fassen und Bearbeiten von Situationen des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung.


Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten - Information, Beratung und Unterstützung im Einzelfall zur Wahrung

der Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen.

Elementarpädagogik

Die Berufsgruppe der elementaren Bildungseinrichtungen bestehend aus HortpädagogInnen, KindergartenpädagogInnen, KleinkinderzieherInnen/ KindergartenassistentInnen, Tagesmütter/ -väter sind nicht weg zu denkende PartnerInnen und AkteurInnen in einem professionellen und gut gelingenden Kindeschutz.


Bei den elementaren Bildungseinrichtungen handelt es sich – in aller Regel – um die allererste Institution, in der bei der Kinder außerfamiliär von Fachkräften begleitet werden. Hierbei bekommen Sie auch einen Einblick in Facetten des Lebensalltags der Familien.


Erste Bildungseinrichtung im Leben der Kinder


Sie erkennen oft als erste, wenn es Kindern und Eltern nicht gut geht. Bei manchen Familien begleitet Sie vielleicht ein „ungutes Gefühl“ oder gewisse Kinder sind aus Ihrer Sicht auffällig in ihrem Verhalten, ihren Erzählungen oder ihrer Spielinhalten. Als Fachkräfte sind Sie dann gefordert Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden.


Um Sie, als VertreterInnen dieser wertvollen Berufsgruppe, bestmöglich in der herausfordernden und nicht alltäglichen Begegnung mit Fällen von Kindeswohlgefährdung in Ihrem Berufsalltag optimal unterstützen zu können, entwickelt die Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz, Unterlagen, die Sie beim Wahrnehmen und Bearbeiten von einer möglichen Kindeswohlgefährdung unterstützen können.


Bei Unsicherheiten und Rückfragen wie auch Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit der Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz auf. Bauen wir gemeinsam weiter an einem starken Bündnis im Kärntner Kinderschutz!

_________________________________________________


Rechtliche Verpflichtungen in der Kinderschutzarbeit

Vorbereitetes Formular – schriftliche Mitteilung Verdacht auf Kindeswohlgefährdung


Einschätzungsbögen Kindeswohlgefährdung

Betreffend Kinder zwischen 0,5 und 7 Jahren (Achtung: das Dokument basiert auf deutscher Gesetzeslage – somit rein für Verwendung der Einschätzungsskala praktikabel)


Ausführliche Einschätzungsbögen nach Altersklassen getrennt

Säuglinge

Kleinkinder

Kindergartenkinder


Zentrale Ansprechpartner in Kinderschutzfällen

Öffentliche Kinder- und Jugendhilfe:

(Zentrale Stelle zur Sicherstellung des Kindeswohls und Drehscheibe für psychosoziale Unterstützungsleistungen)

BH Feldkirchen

BH Hermagor

BH Klagenfurt Land

BH Spittal an der Drau

BH St. Veit an der Glan

BH Villach Land

BH Völkermarkt

BH Wolfsberg

Magistrat Klagenfurt

Magistrat Villach


Kinderschutzzentren Kärntens - Angebot der „Unterstützung für Fachkräfte“ als Begleitung und Coaching im Wahrnehmen, Fassen und Bearbeiten von Situationen des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung.


„gutbegleitet“ Frühe Hilfen Kärntens - Kostenloses, freiwilliges, niederschwelliges Unterstützungsangebot für werdende Eltern und Familien mit Kindern von 0-3 in den meisten Kärntner Bezirken.


Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten - Information, Beratung und Unterstützung im Einzelfall zur Wahrung

der Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen.


Sie brauchen weitere Informationen oder haben spezielle Rückfragen, Wünsche oder Kritik (gerne auch Lob), dann treten Sie einfach mit uns in Kontakt.