Kampagneninhalte

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30 Jahre Gewaltverbot in der Erziehung

Bereits im Jahr 1989 wurde in Österreich, basierend auf den Studien der Kinderärzte Czermak und Pernhaupt ("Die gesunde Watsche gibt es nicht!"), Gewalt in der Erziehung, als viertem Land weltweit, verboten.

(§ 146a ABGB, Art. 5 BVG Kinderrechte)


Noch heute leiden laut Studien zu Erziehungspraktiken bis zu 25% der 6 bis 14-jährigen unter einen gewaltbehafteten Erziehungsstil. Gerade im Kontext des 30-Jahr-Jubiläums, macht die Anzahl von ca. 22.803 Kinder und Jugendliche, die in Kärnten Gewalt in der Erziehung erleiden, besonders betroffen.

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Mag.a Astrid Liebhauser, LH Stv. Dr.in Beate Prettner und Mag. Raphael Schmid bei der Pressekonferenz am 13.11.2019.

(Foto: LPD Kärnten)



Vorrangiges Ziel der Öffentlichkeitskampagne der Kinder- und Jugendanwaltschaft Kärnten und der Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Knderschutz, die bis Winter 2020 kärntenweit umgesetzt wird, ist es, den Bekanntheistgrad des gesetzlichen Gewaltverbots in der Erziehung zu steigern und - ohne den "moralischen Zeigefinger" zu erheben - für das Thema zu sensibilisieren. Zusätzlich soll das Wissen über zu Verfügung stehende Ansprechpartner und Institutionen gesteigert und Informationsmaterial bereit gestellt werden.


  • Gewalt gegen Kinder geht uns alle an!
  • Gewalt gegen Kinder findet täglich in unserem eigenen, direkten Lebensumfeld statt!
  • Wir alle müssen gegen Gewalt an Kindern handeln und für den Schutz von Kindern und die Stärkung von Familien eintreten!

Kärnten ist nach Vorarlberg das zweite Bundesland Österreichs, das seine Bürger*innen in dieser Form sensibilisieren möchte – die Umsetzung orientiert sich dabei an der bestehenden Kampagne der Vorarlberger Landesregierung „Kinderschutz Vorarlberg“. An dieser Stelle möchte wir uns bei der Vorarlberger Landesregierung für die gute Zusammenarbeit bedanken!

Wertvolle Unterstützer*innen und Mitstreiter*innen, welche für die Umsetzung der Kampagne gewonnen werden konnten sind u.a.:

  • Kärntens Gemeinden
  • Kärntens Gesundheitssektor (Arztpraxen, Krankenanstalten, Ambulatorien)
  • Kärntens Elementarpädagogische Einrichtungen (Kindergärten, Kindertagesstätten, altersübergreifende Horte etc.)
  • Kärntens Schulen (Primar- und Sekundarstufe)
  • Kärntens größte Sportvereine KAC, VSV und WAC
  • Katholische Kirche, evangelische Kirche und islamische Glaubensgemeinschaft
  • Kärntens Musikschulen
  • Kärntens große Einkaufszentren (Südpark Klagenfurt, City Arkaden Klagenfurt, Atrio Villach, Tenorio Wolfsberg, Stadtparkcenter Spittal)
  • Medienpartner: ORF Landesstudio Kärnten und die Kleine Zeitung




3 Botschaften - 3 Phasen

Phase 1: Statistik

In der ersten Phase der Kampagne werden statistische Daten präsentiert. Diese stehen in Bezug zu einer Region oder einem Thema, um die Öffentlichkeit emotional anzusprechen.

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Aussagen:


In Kärnten leben 91.210 Kinder und Jugendliche.

Obwohl es verboten ist, erleben 22.803 von ihnen zu Hause Gewalt.*

(Die Zahlen wurden auf jeden Bezirk Kärntens adaptiert.)


91.210 Kinder erkunden ihre Welt spielerisch.

Obwohl es verboten ist, erleben 22.803 von ihnen zu Hause Gewalt.*


4.637 Kinder werden jährlich in Kärnten geboren.

Obwohl es verboten ist, erleben 1.159 von ihnen im Laufe ihrer Kindheit zu Hause Gewalt.*


41.109 Kinder und Jugendliche besuchen den Weihnachtsgottesdienst.

Obwohl es verboten ist, erleben 10.277 von ihnen zu Hause Gewalt.*


In der Eishalle feuern 413 Kinder und Jugendliche ihren KAC an.

Wussten Sie, dass 103 davon zuhause Opfer von Gewalt werden?*



*Bis zu 25 % aller Kinder und Jugendlichen in Kärnten erfahren Gewalt in der Erziehung.


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Phase 2: Aussagen aus Kindermund

Der Fokus dieser Phase liegt auf den Wahrnehmungen von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Diese Aussagen sind persönliche Empfindungen Betroffener und sollen nicht als Vorwürfe interpretiert werden.
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Aussagen:


Ich weiß, du hast kaum noch Zeit für dich, Mama. Aber was kann ich dafür?*


Mama tut es leid, sagt sie. Trotzdem bleibt da etwas im Herz drin, das kann man irgendwie nicht wegmachen.*


Hoffentlich hat Mama heute nicht so viele Probleme in der Arbeit gehabt.*


Ich bin klein und habe nicht so viel Kraft, mich zu wehren. Außerdem weiß ich nicht wie.*


Das Schlagen tut gar nicht so weh. Aber warum will Papa mir wehtun? Ich verstehe das nicht.*


Wenn Papa nach der Arbeit laufen war, dann spielt er oft noch mit mir. Wenn nicht, dann tut er mir weh.*



*Bis zu 25 % aller Kinder und Jugendlichen in Kärnten erfahren Gewalt in der Erziehung.


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Phase 3: Aussagen betroffener Eltern

In dieser letzten Phase kommen betroffene Eltern zu Wort, die für sich Handlungsalternativen gefunden haben. Diese reflexive Betrachtungsweise schließt die Kampagne ab.

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Aussagen:


Manchmal ist es besser, nicht gleich ins Haus zu gehen. Erst den Kopf freikriegen, bevor der Trubel wieder losgeht.*


Ich mache die Augen zu, zähle leise bis fünf …und dann gehe ich hinaus. Ich will meine Tochter nie mehr schlagen.*


Wenn ich nach der Arbeit laufen gehe, bin ich ein anderer Mensch. Ich habe meine Kinder seither nie mehr geschlagen.*


Immer wenn ich den Kleinen geschlagen hatte, fühlte ich mich elend. Hätte ich nur schon früher gewusst, dass es Hilfe gibt.*


Wir haben ein Zeichen vereinbart. Dann lassen sie mich besser in Ruhe. Hauptsache, ich tue keinem mehr weh.*



*Bis zu 25 % aller Kinder und Jugendlichen in Kärnten erfahren Gewalt in der Erziehung.


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Stärkendes und ermutigendes Sujet für Kinder und Jugendliche

Um Kinder und Jugendliche für das Thema Gewalverbot zu sensibilisieren und zu stärken, wurde ergänzend ein eigenes Layout für diese Zielgruppe entwickelt. Zusätzlich sollen Informationen über Beratungsstellen ermutigend wirken.

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Aussagen:


schlagen / schütteln / würgen / treten / Haare reißen / drohen / beleidigen / runtermachen / erpressen / einsperren / demütigen / intim berühren / quälen / ängstigen / sexuell belästigen / abhängig machen / nötigen / zwingen / vernachlässigen / beschimpfen / …

ist nicht okay! Hol dir Hilfe.




Der erste Schritt kostet häufig am meisten Überwindung. Wenn du diesen Schritt machst, werden wir alles tun, um dir so zu helfen, dass es dir besser geht. Hol dir Hilfe!


Kinderschutz geht uns alle an und ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.


Helfen Sie uns somit, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten die Kampagne so breit wie möglich umzusetzen und bilden Sie mit uns und allen involvierten Partnern ein Bündnis für ein gewaltfreies, liebevolles Aufwachsen unserer Kinder und Jugendlichen in Kärnten!